Der Stromsparcheck: Einsparungen ja, aber wo?


24.07.2017von der Redaktion

Der Stromspar-Check

Die Caritas und der Bundesverband der Energie sowie Klimaschutzagenturen bieten Beziehern von ALG II einen kostenlosen, aber kostensenkenden Service, den Stromspar-Check. Waschmaschine, Herd und Kühlschrank laufen in einem Haushalt, unabhängig vom Einkommen. Vor diesem Hintergrund stellen die Kosten für Strom für einkommensschwächere Haushalte eine echte finanzielle Belastung dar. Häufig fehlt dieser Zielgruppe auch das Geld, um in Geräte mit besserer Energieeffizienz zu investieren. Für alle anderen Haushalte fallen rund fünf Euro pro halbe Stunde Beratung an. Diese vom Bundesumweltministerium geförderte Initiative soll den betroffenen Haushalten daher die Einsparpotenziale im Haushalt ohne Neuanschaffungen aufzeigen. Über 100 Städte und Gemeinden haben sich an diesem Projekt beteiligt, bereits mehr als 80.000 Mal wurde das Angebot angenommen.

Die Umsetzung

Wer Interesse daran hat, seine Stromrechnung zu reduzieren, vereinbart telefonisch einen Termin mit einem Stromsparhelfer. Bei diesen Personen handelt es sich um Langzeitarbeitslose, die nach ausführlicher Schulung auf diesem Weg wieder in das Berufsleben integriert wurden.

Die Umsetzung erfolgt in zwei Stufen. Beim ersten Besuch erfolgt eine Bestandsaufnahme der elektrischen Geräte und der Beleuchtung. Bei besonders auffälligem Stromverbrauch erhalten die Haushalte auch bereits erste Hinweise, wie sie hier Einsparungen erzielen können.

Der zweite Besuch fällt dann praxisorientiert aus. Die Stromsparhelfer bringen nun, entsprechend des Bedarfes, kostenloses Material mit. Dazu zählen Energiesparlampen, Stand-by Abschalter für den Fernseher, Zeitschaltuhren oder Durchflussbegrenzer für den Wasserhahn.

Die Zahlen aus diesem Projekt können sich sehen lassen:

Auf der Grundlage einer Durchschnittsberechnung konnte ein 2,5 Personenhaushalt mit einem Stromverbrauch von 2.928 kWh im Jahr 397 kWh einsparen. Bei einem gemittelten Arbeitspreis von 22 Cent pro kWh entsprach dies einer Einsparung von 87 Euro im Jahr. Diese Zahl lässt sich durch die Wahl eines günstigeren Anbieters noch steigern.

Stand-by – der leise Stromfresser

Losgelöst von dieser Initiative bieten sich in jedem Haushalt mit Sicherheit Potenziale, um die Stromrechnung zusenken. Stand-by ist eine fantastische und bequeme Lösung, den Fernseher oder das Radio fast abzuschalten. Tatsache ist aber, dass im Stand-by-Betrieb immer noch massiv Strom verbraucht wird. Dies gilt auch für Radios mit externem Netzteil. Wer auf Stand-by nicht verzichten möchte, sollte diese Stromverbraucher an eine Steckdose mit Schalter anschließen und am Abend abschalten.

Ladegeräte für Tablets und Handys ziehen auch dann Strom, wenn das Gerät geladen und abgehängt ist. Gleiches gilt für Computermonitore, nachdem der Rechner selbst heruntergefahren wurde. Für Ladegeräte gilt, diese nach dem Ladevorgang von der Steckdose zu nehmen und Computermonitore sollten abgeschaltet werden.

Aufgrund unglücklich verlegter Steckdosen steht in mancher Küche der Kühlschrank nach wie vor neben dem Herd. Hier macht es Sinn, auf eine Verlängerungsschnur zurückzugreifen und für den Kühlschrank einen neuen Standort zu suchen.